Semaglutid gehört zu den Themen, bei denen die Details mehr zählen als die Schlagzeilen. Diese Seite bündelt Hintergrund, Wirkmechanismen und die praktischen Punkte, die am häufigsten gefragt werden.
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== Funktion im religiös-kultischen Kontext == Durch den Vorgang der Tevilah, (hebräisch טבילה) dem Untertauchen, in das ‚lebendige Wasser‘ (hebräisch מַיִם חַיִּים mayim chayyim), als den Akt der Reinigung in der Mikwe, transformiert sich der Mensch vom Zustand der Tum’ah, (hebräisch טומאה) oder Unreinheit in den Zustand der Taharah (hebräisch טהרה), der rituellen Reinheit. Rituelle Reinheit (taharah) ist nicht Ausdruck von „Wert oder Würde“, sondern ein Mittel, um den Menschen in eine Haltung zu versetzen, die dem Heiligen angemessen ist; im Sinne einer „spirituellen Transformation“. Dadurch wird der Kontakt mit Gott „bewusst“ gestaltet und bestimmte heilige Handlungen erst korrekt ausführbar. Auch hat nach Ina Willi-Plein das Begriffspaar nichts mit Vorstellungen von „sauber“ und „schmutzig“ zu tun, ist dementsprechend nicht mit einem Tadel verbunden. Eine Kontamination mit Unreinheit muss vermieden oder eben behoben werden, nur dadurch kann JHWHs Anwesenheit im Raum des Heiligen erlebbar werden. Historisch muss zwischen dem vor-rabbinischen Judentum („Jerusalemer Tempelzeit“) und dem sich konsolidierenden rabbinischen Judentum (nach 70 n. Chr.) unterschieden werden. In der ersten Epoche war die Reinheit (taharah) nötig für den Zugang zum Tempel, dem Darbringen von Opfermaterie und den heiligen Speisen. Die Mikwe diente vor allem dem Tempelkult. Ohne Tempel akzentuierte sich die Reinheit vor allem in den Familienreinheitsgesetzen (Ehe, Nidah) und bei Konversionen wichtig. Der Fokus verlagerte sich von Tempelkult auf das Leben in der jüdischen Gemeinschaft.
Quellen: de.wikipedia.org
== Religiöser Hintergrund == Für die jüdische Religion, wie sie in der Tora bzw. im Talmud fundiert ist, wird in der „handlungsbegleiteten Welt“ zwischen der „Reinheit“ (hebräisch טהר „rein“) und der „Unreinheit“ (hebräisch טמא, „unrein“) unterschieden. Im jüdisch-religiösen Kontext führen bestimmte Handlungen, Gegenstände oder Zustände zu der Vorstellung von „Unreinheit“, die dann einerseits eine Teilnahme am Kult oder am Leben in der Gemeinschaft verhindern. Der Zustand der rituellen Reinheit ist gleichzeitig eine Voraussetzung für die Kommunikation mit dem „Ewigen“ (JHWH), es ist der Zustand eines Menschen, dass er dem „Ewigen“ nahekommen kann. Die rituelle Reinigung konnte bis zur Zerstörung des Tempels durch kultische Handlungen (Opfergaben) stattfinden, heute auch durch Untertauchen oder Waschung.
Quellen: de.wikipedia.org
Für eine Mikwe-Anlage gelten besondere Regeln, so muss sie sieben Stufen haben, die hinab ins Wasser führen, sowie ein Mindestfassungsvermögen von etwas mehr als 500 Litern. Für den korrekten Vollzug der tewilah (hebräisch טְבִילָה Tevilah, deutsch ‚Untertauchen‘) beträgt das benötigte Wasservolumen idealerweise 800 Liter. Das Wasser muss „lebendiges Wasser“ (hebräisch מים חיים majim chajim), also lebendiges, fließendes Wasser sein. Dieses muss aus „natürlichen Quellen“ entstammen, wie es etwa bei Fluss-, Regen- oder Meerwasser der Fall ist. Es darf nicht gepumpt oder geschöpft worden sein. Daher wurden vielerorts Grundwassermikwaot gebaut, die meist unter der Erde auf der Höhe des lokalen Grundwasserspiegels lagen. In der Neuzeit wird oft auch aufgefangenes Regenwasser verwendet.
Quellen: de.wikipedia.org
In Deutschland lassen sich noch an über 400 Orten – beispielsweise in Andernach, Friedberg (Hessen), Erfurt, Köln, Petershagen, Schwedt/Oder, Sondershausen, Speyer, Worms – Mikwaot nachweisen. Die in Rothenburg ob der Tauber entdeckte Mikwe ist Deutschlands einzige noch erhaltene mittelalterliche Anlage in einem auch aus dieser Epoche stammenden Gebäude. Sie stammt spätestens aus dem Jahr 1409. In der Mikwe in Rotenburg an der Fulda wurden neben einem neuzeitlichen Badebassin (1835/1925) ein Grundwassertauchbad aus dem 17. Jahrhundert und ein separater Schacht zum Toweln (rituellen Eintauchen) von Küchengeräten gefunden. Eine von mehreren erhaltenen Mikwaot in Fürth, das auch „fränkisches Jerusalem“ genannt wurde, ist im Jüdischen Museum Franken zu besichtigen. In Kirchheim (Unterfranken), in dem vom 16. Jahrhundert bis 1908 eine kleine jüdische Landgemeinde bestand, wurde 1993 in einem 1667 erbauten Haus eine Mikwe entdeckt. Die Kellermikwe aus dem 13. Jahrhundert, die in Sondershausen gefunden wurde, gilt als eines der ältesten Zeugnisse des Judentums in Thüringen.
Quellen: de.wikipedia.org
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